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Ginkgo pflanzen und pflegen

Ginkgo

Ginkgo Foto: ©sunnyfrog – stock.adobe.com

Der Ginkgo trägt auch die alternative Bezeichnung „Fächerblattbaum“ und zählt zur Ordnung der Ginkgoales in der Familie der Ginkgobaumgewächse. Er gehört zu den ältesten Bäumen der Welt und existiert seit Jahrmillionen auf der Erde.

Was sind die typischen Merkmale des Ginkgo?

Im Sommer wächst der Ginkgobaum kräftig grün, schlank und aufrecht. Die ausgewachsene Pflanze erreicht eine maximale Höhe von 40 Meter. Sie bildet eine kegelförmige Krone aus, die im Alter breiter wächst und eine steif ausladende, minimal verzweigte Lang- und Kurztriebe entwickelt.

Sie erkennen den Ginkgo an der grauen bis dunkelbraunen Rinde, die netzartig und an alten Stämmen tief gefurcht erscheint. Alte Ginkgobäume mit kräftig ausgebildeten Seitenästen stehen auf meterlangen wurzelartigen Auswüchsen, die „Tschitschis“ heißen.

Die eingeschnittene oder gelappte, parallele oder gabelnervige Form charakterisiert die langstieligen Fächerblätter. Sie fühlen sich derb ledrig an und sehen frischgrün aus. An Kurz- oder einzelnen Langtrieben wachsen die Blätter büschelweise und erreichen eine Länge und Breite bis zu zehn Zentimeter. Im Herbst entwickeln Ginkgoblätter eine intensiv goldgelbe Farbe vor dem Laubfall.

Wo kommt der Ginkgo her?

Der Ginkgobaum, lateinisch „Ginkgo biloba“, gilt als lebendes Fossil, denn er existiert seit 180 Millionen Jahren. In Europa starben die meisten Arten in der Kreidezeit aus. Nur der Ginkgo biloba wächst noch heute in China.

Im Jahr 1727 gelangte die Pflanze nach Europa, in den Botanischen Garten von Utrecht und steht seitdem hauptsächlich in Parkanlagen.

Der Name des Ginkgos leitet sich vom chinesischen Begriff „ginkyo“ ab, was übersetzt „Silberaprikose“ bedeutet. Der deutsche Arzt und Forschungsreisende Engelbert Kämpfer beschrieb den Ginkgo erstmals 1712 und transkribierte falsch – die fehlerhafte Übersetzung „Ginkgo“ hält sich bis heute.

Optimaler Standort und Boden – anspruchsloser Ginkgo

Hobbygärtner bieten dem Gingko mit einfachen Bedingungen eine gute Grundlage. Der sehr anpassungsfähige Baum gedeiht auf allen tiefgründigen Böden. Idealerweise bieten Sie dem Baum einen nährstoffreichen, lehmigen Boden an einem sonnigen bis halbschattigen Platz an.

Einfache Pflanzung

Ginkgo pflanzen

Ginkgo pflanzen Foto: © Sergey Rybin – stock.adobe.com

Im Frühjahr pflanzen Sie den jungen Ginkgo halbschattig und windgeschützt und mit zunehmender Größe im Sonnenlicht. Sie können den Ginkgo auch im Herbst pflanzen, aber Sie sollten dafür auf mindestens sechs Jahre alte Bäume zurückgreifen. Diese sind robust.

Heben Sie ein großes Pflanzloch aus und reichern es mit 1/3 Kompost an. Nach dem Einsetzen gießen Sie den Ginkgo großzügig. Befestigen Sie einen Pfahl am Baum, falls dieser droht, bei Sturm umzukippen.

Pflege und Baumschnitt in Maßen

Den pflegeleichten Baum müssen Sie kaum beachten. Nur der Stamm junger Bäume benötigt in den ersten Jahren Frostschutz. Sie wickeln dafür Jutegewebe oder eine Rohrmatte um den Stamm. Außerdem unterstützen Sie das Wachstum mit einer Mulchschicht im Wurzelbereich. Versorgen Sie den Baum zuvor mit ein paar Handvoll Hornspänen.

Der junge Ginkgo benötigt in den ersten Jahren regelmäßige Volldüngergaben bei wenig, aber regelmäßiger Wässerung. Verhindern Sie dringend Staunässe.

Der Schnitt gestaltet sich einfach, da der Ginkgo naturgemäß nur wenige Seitentriebe und Verzweigungen ausbildet. Kürzen Sie einjährige Seitentriebe der jungen Bäume im Frühjahr, um die Dichte der Krone zu erhöhen. Ältere Bäume benötigen keinen Schnitt, höchstens, wenn Sie beispielsweise Äste entfernen oder den Stamm ausasten möchten.

Sie müssen kaum rückschneiden. In den Anfangsjahren können Sie im Frühjahr einen Formschnitt inklusive Auslichtung durchführen. So fördern Sie die Ausbildung leuchtend grüner Blätter und den Austrieb der Früchte (Samen). Ab ungefähr dem 20. Lebensjahr blüht der Ginkgo.

Umpflanzen – der richtige Standort

Wählen Sie einen halbschattigen und windgeschützten Platz für ein- bis zweijährige Ginkgo-Sprösslinge und setzen Sie sie in einen Kübel.

Später versetzen Sie die Kübel an sonnige Plätze und pflanzen die Bäumchen in größere Gefäße.

Etwa ab dem sechsten Lebensjahr ist Ihr Ginkgo kräftig genug, um Hitze zu überstehen. Pflanzen Sie den Gingko am besten im Frühjahr (wahlweise im Herbst) in die Erde an einen sonnigen Platz.

Vermehrung – drei Möglichkeiten

Sie vermehren den Ginkgo durch Aussaat oder Veredelung. Hochwertige Samen stammen aus Baumschulen, die Samen aus Südeuropa oder Asien importieren.

Befreien Sie die frischen Samen aus der übelriechenden Hülle und schichten Sie ihn in eine Kiste mit feuchtem Sand ein, bei ein bis drei Grad bis zum Frühjahr. Ab April setzen Sie die Samen in Anzuchtkisten oder ins Freiland.

Mit professioneller Vermehrungsausstattung, zum Beispiel eine Sprühnebelanlage, gelingt die Vermehrung von Stecklingen im Gewächshaus. Ende Mai bis Anfang Juni nutzen Sie neue, 20 Zentimeter lange Triebe als Stecklingsmaterial. Reißen Sie sie an der Verzweigung ab, entfernen Sie die Rindenzunge, behandeln sie mit Wachstumshormonen und setzen Sie in feuchte Anzuchterde.

Durch Kopulation im zeitigen Frühjahr auf getopften Sämlingsunterlagen veredeln Sie Zuchtformen. Danach kultivieren Sie den Ginkgo ein Jahr lang im Gewächshaus weiter.

Krankheiten und Schädlinge

Der Ginkgo ist beinah immun gegen Gehölzkrankheiten und Schädlinge. Wühlmäuse fressen jedoch die Wurzeln an. Wildverbiss sehen Sie oft an der Rinde junger Bäume.

Fazit zum Ginkgo

Als pflegeleichter und anspruchsloser Baum eignet sich der Ginkgo für die meisten Gärten. Sie müssen nur wenig Zeit in die Pflege investieren und erfreuen sich an einem schönen und widerstandsfähigen Baum.

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