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Der Gartenteich – Oase und Biotop – so wird er richtig angelegt

Gartenteich anlegen

Gartenteich anlegen und die Oase genießen

Jeder Garten gewinnt durch einen Gartenteich. Die Wasserfläche wirkt beruhigend, ein Teichbiotop bietet vielen Kleinlebewesen Lebensraum und damit zahlreiche Beobachtungsmöglichkeiten. Zudem verbessert sich das Kleinklima enorm. Mit ein wenig Mühe kann sich jeder diese tolle Ruheoase selber anlegen. Beachtet man bereits bei der Anlage des Teiches einige Grundregeln, profitieren Mensch, Pflanze und Tier lange davon. Nachfolgend finden Sie viele nützliche Hinweise und mit unser Schritt für Schritt-Anleitung gelingt dieses Gartenbauprojekt. Lesen Sie nun, wie Sie ein Gartenteich anlegen.

Der idealle Standort für den Gartenteich

Damit man diesen Ort der Ruhe auch genießen kann, ist die richtige Standortwahl für den Teich enorm wichtig. Optimal ist natürlich eine Stelle im Garten, die Sie auch einsehen können –  wie z.B. in der Nähe der Terrasse oder einer Sitzgruppe im Garten. Allerdings sollte beachtet werden, dass die Teichbewohner und andere Tiere sich nicht gestört fühlen.

Sollen möglichst viele Tiere angelockt werden, ist ein abseits gelegener Standort ratsam. Allerdings empfiehlt es sich, den Teich auch nicht in der hintersten Ecke des Gartens, sondern in der Nähe der Strom- und Wasseranschlüsse anzulegen.

Wichtig: Überbauen Sie aber keine Leitungen mit dem Teich. Beim Aushub können diese beschädigt werden und auch eine Wartung oder Reparatur der Versorgungsleitungen könnte später problematisch werden.

Sofern sich Kinder im Garten aufhalten, ist es wichtig, dass der Teich  stets im Blick ist. Am besten ist es in diesem Fall allerings, wenn der Teich nicht zugänglich ist bzw. gegen ein hereinfallen gesichert ist. Das kann allerdings optisch nicht so schön sein. Dann sollte mit dem Teichbau besser noch ein paar Jahre gewartet werden.

Der ideale Standort für Ihren Gartenteich ist sonnig bis halbschattig. Der Gartenteich sollte nicht den ganzen Tag über ungeschützter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein, sondern bestenfalls in der Mittagszeit im Schatten liegen. Idealerweise wird der Teich 4 bis 6 Stunden täglich besonnt.  Zum einen benötigen die Wasserpflanzen eine gewisse Lichtmenge, damit sie gut gedeihen, andererseits sollte sich das Wasser aber nicht zu stark erwärmen, um das Algenwachstum nicht unnötig zu fördern.

Wenn möglich, sollten in unmittelbarer Nähe keine Bäume oder Hecken stehen – das einfallende Laub verschmutzt das Wasser zu schnell und verändert den Nährstoffgehalt. Zudem können Baum- und Strauchwurzeln das Ausheben der Teichgrube erschweren und später möglicherweise die dünnere Teichfolie beschädigen.

Die Standortwahl wird selbstverständlich auch von der geplanten Teichgröße beeinflusst. Hier gilt: Je größter ein Teich ist, desto einfacher kann er sich aufgrund der großen Wassermenge selbst reinigen. So stellt sich ein biologisches Gleichgewicht von selbst auch eher ein. Der Teich sollte von mehreren Seiten begehbar und für regelmäßige Pflege zugänglich zu sein. Ist das Grundstück abschüssig, sollte der Teich an der tiefsten Stelle angelegt werden. Das wirkt natürlicher.

Form, Größe, Tiefe und Inhalt

Seerosen im Gartenteich

Seerosen im Gartenteich – mit der richtigen Vorbereitung gelingt Ihnen das auch

Jeder Gärtner hat die Wahl zwischen im Handel erhältlichen Fertigteichen oder der freien Gestaltung mittels Teichfolie nach eigenem Gutdünken. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Wer wenig Platz zur Verfügung hat und in kurzer Zeit eine schöne Teichlandschaft erzielen will, wer auf felsigem, schwierigen Gelände gärtnert und auf erprobte Größen-Tiefen-Verhältnisse vertraut, ist mit einem Fertigteich gut beraten.

Plant man größere, sehr individuelle Wasserstellen mit anspruchsvollen Bewohnern, lohnt sich das eigenhändige Ausheben, Bauen und Gestalten.

Vor- und Nachteile im Überblick

Fertigteich

  • auch für kleine Gärten geeignet
  • robust, langlebig und stabil
  • schnell eingerichtet
  • unterschiedliche Pflanztiefen und Wasserzonen sind vorgegeben
  • Teichrand lässt sich nicht verändern und oft schwer kaschieren
  • muss passgenau eingegraben werden
  • Größe ist begrenzt

Folienteich

  • nahezu unbegrenzte, indivuduelle Gestaltungmöglichkeiten
  • auch für große Teich oder Schwimmteiche geeignet
  • preiswerte Lösung
  • Teichrand lässt sich naturnah und individuell gestalten
  • Folie empfindlich gegen mechanische Belastung
  • höhere Planungsaufwand

Je größer und tiefer der Teich schließlich ist, umso weniger Probleme mit Erwärmung und unerwünschten Effekten wie Algenbildung entstehen. Um ihren Teich im Winter vor Frost zu schützen, empfehlen wir Ihnen eine Wassertiefe von mindestens 80 cm. Für einen Fischteich sollte man eine Tiefe von 90 bis 100 cm kalkulieren, bei ausschließlichem Pflanzenbesatz genügen 40 bis 50 cm.

Fertigteiche gibt es in symmetrischer oder unregelmäßiger Form, bei selbstangelegten Gewässern bestimmen die landschaftlichen Voraussetzungen und Ideen des Bauherren das Design. Steil abfallende Böschungen erweisen sich als äußerst ungünstig für Pflanzenbewuchs und tierische Bewohner, sanfte Ausläufer oder gestufte Terrassenflächen eignen sich besser. Dennoch sollte die Randeinfassung zumindest einige Zentimeter senkrecht verlaufen.

Achtung: für große Teich mit über 1,5m Tiefe kann eine Baugenehmigung nötig sein. Hier sollte man sich vorher unbedingt bei der Stadt oder der Gemeinde informieren.

Bachlauf als Ergänzung

Bachlauf im Garten

Bachlauf im Garten

En Highlight des Teiches kann ein angeschlossener Bachlauf sein. Dieser sorgt nicht nur für eine natürliche Optik und für beruhigendes Plätschern, seine Wasserbewegungen versorgen den Teich zusätzlich mit wichtigem Sauerstoff.

Ein Bachlauf kann sowohl mit fertigen Bachlaufelementen oder individuell mit Folie angelegt werden. Voraussetzung ist allerdings eine leichte Erhöhung, die auf den Teich zuläuft. Gegebensfalls kann diese auch in einem gewissen Rahmen künstlich angelegt werden.

Zur Speisung des Bachlaufs benötigen Sie eine Pumpe, die das Wasser aus dem Teich zur Quelle des Bachlaufs befördert. Idealerweise kombinieren Sie den Bachlauf und die dazu notwendige Pumpe mit einem passenden Filtersystem.

Flora und Fauna

In Gartencentern (aber vielleicht auch beim benachbarten Teichbesitzer) bekommt man den ganzen Sommer über schöne und winterharte Wasserpflanzen, die man bis in den Herbst hinein anbringen kann. Bei Fertigteichen genügt es, diese in Körben um und im Teich anzuordnen, ansonsten reicht eine recht dünne Schicht Teichgrund von 10 bis 15 cm Höhe.

Seerosen benötigen eine Wassertiefe von rund 100 cm, ebenso die meisten Fische. Um zu vermeiden, dass Neuankömmlinge Krankheiten einschleppen, ist es erforderlich, diese zwei Wochen in einem separaten Becken zu halten.

Um einen Nährstoffüberschuss zu vermeiden, sollte man eher wenig füttern, Schwimm- und Unterwasserpflanzen sind natürliche Feinde der Algen. Dauerberieselung durch Springbrunnen empfinden die meisten Teichbewohner als störend.

Die einzelnen Teichzonen

Ein Gartenteich besteht im Normalfall aus unterschiedlichen Zonen mit verschiedenen Wassertiefen und stufenartigen Übergängen. Die Sumpfzone reicht von 0–20 cm Wassertiefe, die Flachwasserzone von 20–50 cm und die Tiefwasserzone über 60 cm. Die Tiefwasserzone im Gartenteich sollte nicht mehr als die Hälfte der Fläche einnehmen und sich in der Mitte befinden. Modellieren Sie die Terrassen der jeweiligen Wasserzone als flache Mulden, damit die Pflanzen nicht nach unten rutschen.

Für die Übergänge gibt es keine Regeln – sie können mal flacher und mal steiler sein. Nur im Uferbereich sollte es flach auslaufende Ränder geben, damit die Tiere im Zweifel den Teich verlassen können.

Auch kleine Gartenteiche sollten 60 – 70 cm tief sein, auch wenn die Ufer dann steiler abfallen. Zum Bepflanzen steiler Wände gibt es spezielle Pflanztaschen aus Jute.

Gartenteich anlegen

Ist der Umriss für den Gartenteich mit Hölzchen und einer Schnur markiert, heben Sie den Boden aus. Dazu stechen Sie mit dem Spaten die geplante Teichform nach. Danach tragen Sie von außen nach innen den Boden bzw. die Grasnarbe ab.

Zunächst muss so viel Erde abgetragen werden, bis das erste Tiefenniveau erreicht ist. Das wird später die flache Uferzone.

Nun können die weitere Tiefenzonen markiert und anschließend ausgehoben werden. Ist der Teich sehr groß geplant, ist es ratsam, sich einen Minibagger auszuleihen. Bei sehr steinigem Untergrund sollte der Boden etwas tiefer ausgehoben werden und anschließend mit Sand wieder aufgefüllt werden. Da der Erdaushub für die spätere Randgestaltung noch benötigt wird, sollte die Erde an einem geeigneten Ort zwischengelagert werden.

Nun werden alle spitzen Steine und Wurzeln entfernt.  

Fertigteich

Das Anlegen des Fertigteichs ist relativ einfach. Nach dem Ausheben der Teichgrube wird die Teichschale einfach in das Loch eingesetzt. Im Vorfeld sind aber ein paar Dinge zu beachten. So muss die Teichschale möglichst waagerecht ausgerichtet sein.

Damit die Grube nicht zu klein oder zu groß ausfällt, wird die Teichschale an gewünschten Stelle positioniert und die Umrisse absteckt. Wichtig ist hier, dass auch die unterschiedlichen Tiefenzonen markiert werden.

Um den Zwischenstand des Aushubs zu kontrollieren, kann die Teichschale immer mal wieder in das Loch eingesetzt werden. So sieht man gut, wo beim Ausheben des Bodens eventuell noch nachgebessert werden muss. Wenn das Loch passt, kann mit Füllsand größere Hohlräume gefüllt werden. Nach dem Einsetzen des Beckens wird diese mit etwas Wasser gefüllt und anschließend waagerecht ausgerichtet. Nun werden die letzten Hohlräume unter der Teichschale mit Sand und Wasser zugeschlämmt und verfüllt. Nun können die Ränder der Teichschale mit Sand oder Kies kaschiert und an die Umgebung anglichen werden.

Folienteich

Nach dem Ausheben kommt die Teichfolie zum Einsatz. Achten Sie unbedingt darauf hochwertige Teichfolien zu verwenden. Nur mit einer haltbaren, verrottungs- und kältebeständigen Folie werden Sie dauerhaft Freude an dem Gartenteich haben. Im Regelfall haben die Teichfolien ein dunkle Färbung. So wird die Wasserspiegelung verbessert und der Teich wirkt tiefer.

Wie dick muss die Folie sein?

Es gibt Teichfolien in den Stärken 0,3 – 1,5 mm. Für einen Gartenteich unter 10 qm Wasserfläche reicht eine 0,5 mm dicke Folie, bei größeren Teichen mit einer Wassertiefe bis 150 cm sollte die Folie 1 mm, bei mehr als 150 cm Tiefe 1,5 mm stark sein. Je dicker die Folie, desto schwieriger lässt sie sich auch verlegen.

  • Teichfolie
  • Folienkleber

Als Schutz für die Folie polstern Sie den Boden mit Vlies aus. Bei sehr steinigem Boden polstert man die Mulde vorher mit einer 5 bis 10 cm dicken Sandschicht aus. Dann wird die Folie für den Gartenteich verlegt. Diese ist ab 1 mm Stärke so robust, dass Sie getrost, wenn auch vorsichtig, auf sie treten können. Achten Sie beim Verlegen darauf, dass die Folie der ausgehobenen Form folgt und nicht unter Spannung steht. Danach wird am Rand die Folie mit schweren Steinen fixiert.

Ganz wichtig: Die Folie sollte ca. 50 – 60 cm über den Teichrand hinausragen. Der Gartenboden darf nicht mit dem Wasser des Gartenteiches in Kontakt kommen, weil er es sonst wie ein Schwamm aus dem Teich heraussaugt. Stellen Sie deshalb den Rand der Folie zum Abschluss senkrecht. Den Rand befestigen und kaschieren Sie anschließend mit Gartenerde und Steinen.

Damit die Teichfolie möglichst nicht zu sehen ist, wird der Teichboden mit bis zu 5 cm Kies bedeckt. Wenn Sie Erde in den Teich einbringen möchten, ist Sie keine gedüngte oder Gartenerde verwenden. Anschließend können Sie auch schon das Wasser in den Teich lassen und Pflanzen einsetzen.

Teich gestalten und Technik einbringen

Ist der Teich mittels Folie oder Teichschale fertig angelegt, kann mit der Bepflanzung des Teichs und des Ufers die Arbeiten abgeschlossen werden.

Sollen in den Teich Fische eingesetzt werden, muss auch eventuell eine Teichpumpe und ein Filtersystem eingebaut werden.

Pflege und Wasserbefüllung

Entgegen vieler Meinungen ist nicht etwa Regenwasser für die Befüllung optimal, sondern herkömmliches Leitungswasser. Dieses sollte vor dem Bepflanzen und Einsetzen von Fischen mehrere Wochen abstehen, um den Chlorgehalt zu senken. Über die richtigen Säure- und Härtegrade (pH-Wert 6-8, Härtegrad 8-12) gibt das zuständige Wasserwerk Auskunft.

 

Zum Abschluss noch einmal Wort zur Sicherheit

Auch flache Teiche können Kindern schnell zum Verhängnis werden. Umrandungen und Zäune reizen nur zum Klettern – engmaschige und stabile Drahtgitter dicht unter der Teichoberfläche schaffen dagegen wirklich Sicherheit.

Fazit

Das Anlegen eines Gartenteiches macht nicht nur Spaß, sondern das Ergebnis ist im Regelfall beeindruckend und beschert dem Gartenliebhaber viel Freude.

 

Der Gartenteich – Oase und Biotop – so wird er richtig angelegt
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